2. Advent

Von | Dezember 10, 2023
2. Advent

Pfarrer Johann Hillermann

Gnade sei mit euch und Friede,
von dem, der da ist, und der da war,
und der da kommt,
Jesus Christus,
ist der wahrhaftige Zeuge,
der Erstgeborene von den Toten,
und ein Fürst über die Könige auf Erden.

7 Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf:
8 Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.
9 Siehe, ich werde schicken einige aus der Synagoge des Satans, die sagen, sie seien Juden und sind’s nicht, sondern lügen; siehe, ich will sie dazu bringen, daß sie kommen sollen und zu deinen Füßen niederfallen und erkennen, daß ich dich geliebt habe.
10 Weil du mein Wort von der Geduld bewahrt hast, will auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen, die auf Erden wohnen.
11 Siehe, ich komme bald; halte, was du hast, daß niemand deine Krone nehme!
12 Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen.
13 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!


Offenbarung 3,7-13

Gebet: HERR, bitte erreich Deine Gemeinde mit Deinen unvergänglichen Worten! Amen.

Liebe Gemeinde!
Das sind Worte, die vom Horizont zu uns kommen – vom Rand der Zeiten, aus der Ewigkeit. Johannes empfing diese Worte vor bald 2000 Jahren, und auch dann kamen sie aus der Zukunft zu ihm, aus der unbestreitbaren Überlegenheit Gottes.
Die Worte sind so, wie ihr Sprecher: Heilig, wahrhaftig, und endgültig. Gerade die Endgültigkeit wird betont:
Der da hat den Schlüssel Davids, der auftut und niemand schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf.
Da wird nichts zurückgenommen, da wird nicht verhandelt, es kann nicht auch anders sein.
Das sind Worte, die unseren Herrn Jesus Christus beschreiben. Er sitzt zur rechten Hand Gottes und kommt von dort aus unaufhaltsam auf die Menschheit zu.
Heilig, wahrhaftig, endgültig.
Das sind Worte, die alles hinter sich und unter sich haben.
Wenn ein Mensch spricht, dann werden seine Worte einmal überholt werden. Sie werden irgendwann ohne Bedeutung sein, andere Worte werden aktuell und bestimmen die Situation. Man hört Menschenworte und muß dabei denken: Kann ich ihnen trauen? Manchmal geht es nicht anders: Ich muß mich auf sie verlassen – Ein Arzt spricht, ein mächtiger Mensch spricht, und ich muß einfach vertrauen und denken: Er wird wissen, was er sagt; ich kann es nicht beurteilen. Gott sei Dank lohnt Vertrauen sich noch oft genug! Aber wir wissen alle: Menschenworte haben ein Haltbarkeitsdatum. Zu oft muß ich zurücknehmen, was ich gesagt habe.
Hier spricht der, der nichts zurücknehmen muß.
Diese Worte durchstehen und überdauern alles. Psalm 12,7 sagt uns: „Die Worte des Herrn sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal.“ Das heißt: Sie gehen siebenmal durchs Feuer – siebenmal durch Katastrophen, die sonst alles ändern – und kommen wie geläutertes Silber nur noch reiner, deutlicher, klarer und mehr sich selbst heraus.
Jesus steht über den Zeiten, und was Er sagt, ist der Zeit nicht unterworfen. Es ist endgültig.
Er spricht mit seiner Kirche. In der Offenbarung St. Johannes lesen wir 7 Sendschreiben an 7 Gemeinden. Sieben Worte an uns Christen. Die Worte sind wie ihr Sprecher – und die Hörer werden wie die Worte.
Was hören wir:
„Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.“
Werke: Das sind Früchte des Glaubens. Das sind Gedanken, Worte und Taten, die sich nicht aus der Welt erklären lassen, sondern passieren, weil du zu Jesus gehörst. Gebete. Unterstützung für Gemeindeglieder. Eintreten für Gottes Gebote. Nicht Mitmachen beim Götzendienst der Welt.
Vielleicht spricht kein Mensch darüber. Vielleicht hast du sie selber schon vergessen. Doch Gott steht zu dem, was er schafft. Die Früchte deines Glaubens haben ewige Bedeutung. Sie sind Symptome dafür, daß du nicht nur von der Sünde bestimmt warst und bist.
Dabei wirst du als einzelner, auch als Gemeinde oder als Kirche die Erfahrung machen: „Du hast eine kleine Kraft.“ Du hast nur die Kraft, die Gott dir gibt. Bevor Gott sie dir gibt, ist diese Kraft nicht in dir. Du spürst sie nicht. Doch Gott gibt sie.
Die wichtigsten Früchte sind: „Du hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.“ Gottes Wort bewahren und sich zu Jesus bekennen. Das ist die Voraussetzung für alles andere. Jesus ist der HERR. Er hat das Entscheidende für alle Menschen getan. Jesus kann nicht ersetzt, oder überholt werden. Aus diesem Bekenntnis folgt alles andere. Auch, daß wir immer wieder aufs Neue Seine Worte hören. Und Jesus gehört die ganze Bibel. Die sollen wir bewahren. Bewahren als uns gesagtes Wort.
In einer Kirche und einer Gemeinde kann sehr viel los sein. Sehr viel, was alles auch christlich ist. Bei allem muß die Bewahrung des Wortes die größte Sorge sein. Nur dann wird es auch die Früchte geben, die Symptome, die beweisen, daß wir zu Jesus gehören. Denn der Glaube muß da sein. Und der kann nur dort sein, wo das Wort bewahrt und der Name „Jesus“ nicht verleugnet wird.
Jesus, der in der Überlegenheit ist und alles in Seiner Hand hat, stellt eine ganz unerhörte Erfahrung in Aussicht.
„Siehe, ich werde schicken einige aus der Synagoge des Satans, die sagen, sie seien Juden und sind’s nicht, sondern lügen; siehe, ich will sie dazu bringen, daß sie kommen sollen und zu deinen Füßen niederfallen und erkennen, daß ich dich geliebt habe.“
Christen sollen nicht Feinde sein – aber das bedeutet nicht, daß Christen keine Feinde haben werden. Im Gegenteil. Auch wenn wir niemanden hassen, gehört es zum Weg der Kirche, daß wir gehaßt werden, weil wir Christen sind. Wenn Christen gehaßt werden, dann ist das nicht, weil sie etwas falsch gemacht haben, sondern, weil sie für ihren HERRN alles richtig gemacht haben. Jesus sagt: „Wenn euch die Welt haßt, so wißt, daß sie mich vor euch gehaßt hat. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum haßt euch die Welt.“ (Johannes 15, 18-19). Es gibt also Personen, die hassen uns Christen, und zwar deshalb, weil sie Jesus hassen. Sie wollen sich von ihm nichts sagen lassen, sie wollen seine Macht nicht anerkennen, sie verachten sein Leiden und verspotten seine Auferstehung von den Toten.
Jesus nennt sie die Synagoge Satans. Das ist eine Gruppe Menschen, für die ist das alles nicht nur Zufall, sondern Programm. Es gibt eine Macht, die ist von dem Willen getrieben, den Namen Jesus aus der Welt zu schaffen, und seine Macht zu brechen, und seine Worte zu widerlegen. Der Teufel wollte nicht, daß Gott uns Menschen hilft. Er wollte nicht, daß Gott Mensch wird, daß Jesus uns vor dem Bösen schützt, er wollte nicht, daß Menschen Gottes Kinder werden. Er will nicht, daß es Kirche gibt, und daß in der Kirche der Namen Jesus über allem steht. Unser Gesangbuch spricht davon:
„Der alte Drach, der böse Feind, vor Neid und Haß und Zorne brennt; wie er zuvor hat bracht in Not die Welt, führt er sie noch in‘ Tod.
Sein Sinnen steht allein darauf, wie von ihm werd zertrennt dein Hauf; Kirch, Wort, Gesetz, all Ehrbarkeit zu tilgen ist er stets bereit.
Darum kein Rast noch Ruh er hat, brüllt wie ein Löw, tracht‘ früh und spat, legt Garn und Strick, braucht falsche List, daß er verderb, was christlich ist.“ (ELKG2, 517, 4-6).
Und es geschieht, daß Menschen sich dafür hergeben. Sie lehnen Christus ab, und die Ablehnung endet darin, daß sie dem Feind Gottes dienen. Sie haben Freude, wenn der Glaube untergeht, wenn Christen leiden oder verspottet werden, wenn die Kirche versagt. Zur Zeit des Apostels Johannes kam es widerholt vor, daß es Israeliten oder Juden waren, die versuchten, die Christen in Mißkredit zu bringen. Die Apostelgeschichte berichtet davon. Sie wollten Jesus nicht als den König der Juden anerkennen, sondern Seinen Namen verschwinden lassen. Sie taten das im Namen des Alten Testamentes. Im Namen der Heiligen Schrift, deren Erfüllung Jesus selber war. Das war das schwerste Argument gegen Jesus. Für solche Menschen ist die Zerstörung des christlichen Glaubens so etwas wie Gottesdienst – Jesus selbst sagt das in Johannes 16, 2+3: „Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch
tötet, meinen wird, er tue Gott einen Dienst damit. Und das werden sie darum tun, weil sie weder meinen Vater noch mich erkennen.“
Aber jetzt kommts: Jesus sagt der Gemeinde, die wenig Kraft bei sich verspürt: „Siehe, ich will sie dazu bringen, daß sie kommen sollen und zu deinen Füßen niederfallen und erkennen, daß ich dich geliebt habe.“ Mit unserer Macht ist nichts getan! – Was will man tun gegen solche verbissenen Mächte, die Jesus hassen! – Und doch: Jesus hat es in der Hand, die Menschenherzen zu verändern. Es steht in der Überlegenheit unseres Herrn, die erbittertsten Gegner des Christentums umzukehren. Neulich las ich von einer Musikgruppe, die extra das Christentum studierte, um es besser in ihrer Musik verspotten zu können. Doch das Ergebnis war: Sie wurden Christen. Sie vertonen nun christliche Texte. (Reverorum Ib Malacht 2007).
Liebe Gemeinde, ich denke da auch an einen Text aus unserem alten Gesangbuch: Im Beichtspiegel zum Ersten Gebot werden wir gefragt: „Habe ich Gott die Kraft zugetraut, das Herz der Menschen, die ihm widerstreben, zu gewinnen?“ Bei den Menschen ists unmöglich, bei Gott aber sind alle Dinge möglich. (Matthäus 19, 26). Gott erwartet von uns, das fest zu glauben.
Nun könnte das ja peinlich werden, wenn es heißt: „Sie werden zu deinen Füßen niederfallen.“ So wollen wir Christen ja gar nicht sein! – Aber sie werden es tun mit der Erkenntnis: „Gott hat diese Menschen durch Jesus Christus geliebt!“ Sie waren vor Gott nicht das Letzte, sondern die Ersten! Der Niederfall wird vor Gottes Liebe sein. Das können wir nicht verhindern oder schlecht finden.
„Weil du mein Wort von der Geduld bewahrt hast, will auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen, die auf Erden wohnen.“
Wieder wird uns aus der Zukunft gesagt, daß es das Richtige ist, Gottes Wort zu halten. Es bewahrt uns vor der Stunde der Versuchung, die alle Menschen erfassen soll. Was wird diese Versuchung sein? Gott hat dem Johannes viele große Katastrophen gezeigt, von denen wir in der Offenbarung lesen können. Es können aber auch mediale und politische Angriffe auf unseren Glauben und Gottes Wahrheit sein. Wer Gottes Wort nicht kennt, der wird darauf reinfallen. Durch Sein Wort will und kann Gott uns bewahren.
Gott erwartet von Seinen Kindern, daß sie unbeeindruckt sein sollen. Sie sollen nicht Teil werden von der Welt, die ohne Gott untergehen wird. Gottes Wort baut uns in Gottes Tempel ein:
„Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen.“
Wer mit Gottes Hilfe dranbleibt, der wird von Gott zu einem besonderen Zeichen gemacht werden. Ein Pfeiler im Tempel werden, und mit den wichtigsten Namen der Zukunft bezeichnet werden: Mit dem Namen Gottes, dem Namen des neuen Jerusalem, und dem Neuen Namen des Sohnes Gottes. De Zugehörigkeit zu Gott wird eindeutig werden, für alle. Das ist für die Welt, die Gott nicht kennen will, ein unbegreifliches Geheimnis. Daß Menschen Nachteile in der Welt auf sich nehmen, daß sie nicht überall mitmachen, und von den Angeboten dieser Welt an Macht und Lust nicht Gebrauch machen – das ist in der Sicht der Welt nicht erklärbar.
Das macht Christen und Gemeinden zu Hinweisen auf Gott und auf Gottes Zukunft, so zu sagen ein Zeichen auf Gott in der Welt.
Das sind Worte vom Rand der Zeit, aus Gottes Überlegenheit für die Christen, also auch für uns!
Die Worte sind wie ihr Sprecher – und die Hörer werden wie die Worte.

Der Friede Gottes, welcher höher ist, als alle Vernunft,
der bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.